Integrative Sonderschulung in Regelklassen an der Volksschule

Die Heilpädagogische Sonderschule der Stadt Bern unterstützt und begleitet integrative Sonderschulungen in der Regelschule der Stadt und Region Bern fachlich und administrativ.

 

Schülerinnen und Schüler mit einer Sonderschulverfügung besuchen den Unterricht im Rahmen der Regelklassen an ihrem Wohnort. Dabei werden sie von Fachpersonen der Heilpädagogischen Sonderschule der Stadt Bern begleitet und unterstützt. Die Heilpädagogische Sonderschule der Stadt Bern dient als Kompetenzzentrum.

 

Voraussetzungen für die integrative Sonderschulung

Die integrative Schulung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung im Kindergarten und in der Volksschule hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Nach wie vor handelt es sich dabei im Sinne des Gesetzgebers aber ausdrücklich um Ausnahmen.

 

Folgende Kriterien helfen, noch vor der Organisation eines Runden Tisches zu klären, ob auf den Wunsch der Eltern überhaupt eingetreten werden kann. Die genannten Kriterien betreffen ausschliesslich die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung oder frühkindlichem Autismus im Kindergarten und der Volksschule.

 

Für die Umsetzung der Integrationsunterstützung steht ein definierter Lektionenpool (Pool 1) der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern zur Verfügung. Die HPS Bern verwaltet den Pool und bewilligt die zur Verfügung stehenden Mittel (Anzahl Lektionen).

 

Anerkennung der Sonderschulbedürftigkeit

Vorerst findet eine Abklärung durch eine Fachstelle statt (Erziehungsberatung) Die Eltern haben sich mit der Möglichkeit der separativen Schulung auseinandergesetzt und akzeptieren die Verfügung der anderweitigen Schulung gemäss Art. 18 VSG. Das Kind hat somit Anrecht auf eine anderweitige Schulung.

 

Antizipierter Gewinn

Die Integration hat gegenüber einer separativ durchgeführte Schulung mindestens einen der folgenden Vorteile:

- Wesentliche Verbesserung der sozialen Integration des Kindes im Wohnumfeld.
- Ermöglichung einer adäquateren sozialen und/oder intellektuellen Förderung.
- Wesentliche Normalisierung des Tagesablaufs (Schulweg, Alltag wie Geschwister).

Selbstständigkeit

Der Schüler/die Schülerin legt den Schulweg grundsätzlich nach den ortsüblichen Bedingungen zurück. Allfälliger Pflegeaufwand in der Schule ist abgedeckt.

 

Fortgesetzte Peerbeziehungen

Der Schüler/die Schülerin kann altersentsprechend geschult werden; bei Repetition von Schuljahren erfolgt keine Unterstützung durch das Alters- und Behindertenamt der GEF.

 

Integrationsfähigkeit der Schule

Die Anwesenheit der heilpädagogischen Lehrperson richtet sich nach dem Bedarf des Schülers/der Schülerin; der Unterricht ist so gestaltet, dass er/sie auch bei Abwesenheit dieser Lehrperson vom Unterricht profitieren und in angepasster Weise den Themen der Klasse folgen kann.

 

Kontinuität der Schulung

Der Schüler/die Schülerin bringt die Voraussetzungen mit, um mit dem Einverständnis der Schulleitung voraussichtlich über mehrere Jahre integrativ geschult zu werden.

 

Perspektive auf Einschulung: Integrationen in den Kindergarten werden unterstützt, wenn eine Weiterführung der Integration auch in der ersten Klasse sehr wahrscheinlich ist.

 

Übertritt in die Sonderschule

Bei Wegfall einer oder mehrerer der genannten Voraussetzungen erfolgt der Ein- bzw. Übertritt in eine Sonderschule.

 

Jährliche Überprüfung

Die Überprüfung der integrierten Sonderschulung erfolgt jährlich. Dabei wird jeweils über das weitere Vorgehen entschieden. Im Zentrum steht immer die optimale und angemessene Förderung und positive Entwicklung des Kindes.